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«Treck der Verdammten», J. Kastner

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Oregon, im FrГјhjahr 1864

Die wärmenden Strahlen der Frühlingssonne schmolzen den Schnee und brachten das Leben in die Berge und Täler der Cascade Range zurück, die monatelang in einem tiefen weißen Schlaf gelegen hatten.

Der Winter war ungewöhnlich hart gewesen. Oregon galt als ein Gebiet gemäßigten Klimas, aber diesmal hatte der Winter darauf keine Rücksicht genommen. Er kam mit scharfen Eiswinden und bedeckte das Land mit einer dicken weißen Decke, die alles Leben zu ersticken schien.

Nun aber verwandelte sich das Eis auf den Wildbächen in eine klare, rauschende Flut zurück. Nie war sie so wild und ausufernd wie jetzt, zur Zeit der Schneeschmelze. In den gurgelnden Wassern tummelten sich Störe, Neunaugen und Forellen; hin und wieder sah ein vorwitziges Exemplar der Blaurückenlachse vorbei, die bald in Scharen den Pazifik verlassen und zum Laichen die Flüsse quellwärts hinaufwandern würden, sehr zur Freude der Fischotter. Die Biber ließen sich nicht dabei stören, ihre Dämme auszubessern und die im Winter stark angegriffenen Nahrungsvorräte zu erneuern.

An Land wurden Schwarz- und Braunbären, Wapitis, Maultierhirsche und Hasen lebendig. Die Bighornschafe kletterten in Rudeln aus den Ebenen in die Berge hinauf.

Am lautesten aber waren die Menschen. Während das Sprudeln der Bäche, das rollende Brummen der Bären und das Röhren der Wapitis zu dem Lied gehörte, das Mutter Natur seit Urzeiten in den Bergen sang, klangen die Geräusche der Menschen wie Fremdkörper in dieser Symphonie: laute, ungeduldige Schreie, das Knallen von Peitschen und das schwere Knarren von Wagenrädern.

Trotz all der Anstrengungen kam der kleine Treck, der sich westwärts einen Weg durch die Schluchten der Cascade Mountains suchte, nur schwerfällig voran. Der eben erst geschmolzene Schnee hatte den Boden aufgeweicht. Der Morast zerrte an den Wagenrädern und war oft nur unter äußerster Kraftanstrengung von Tieren und Menschen dazu zu bringen, seine Beute freizugeben.

Der erste und der zweite Wagen hatten einen etwa fГјnfzehn Yards breiten Creek glГјcklich hinter sich gebracht. Der dritte Planwagen tauchte in die Flut ein.

Ebenezer Owen schlug wie ein Besessener mit der langen Bullenpeitsche auf die vier Ochsen im Joch ein, während sich seine Frau Carol an der vordersten Verstrebung der Segeltuchplane festhielt, um nicht vom heftig schaukelnden Wagen zu fallen.

»Was ist los, Ebenezer?« rief sein Schwager Bill Myers vom Zielufer herüber, während er sich weit im Sattel seines knochigen Braunen nach vorn beugte. »Du mußt deine Tiere mal ein bißchen antreiben!«

»Das tu ich, verdammt, das tu ich!« schrie der vollbärtige Mann auf dem Wagenbock und begnügte sich diesmal nicht damit, die Peitsche über den Ochsen knallen zu lassen. Das Leder fraß sich in die Rücken der beiden vorderen Tiere. Viele blutige Striemen zeigten, daß Owen die Zugtiere häufig auf diese Art antrieb.

»Fester!« preßte der hagere Bill Meyers zwischen Lippen hervor, die so dünn waren wie alles an ihm. »Du darfst nicht warten, bis die Räder im Grund des Creeks feststecken, Ebenezer!«

»Erzähl mir nichts!« grunzte der Mann mit der Bullenpeitsche und setzte, Schweißtropfen auf der Stirn, zum nächsten Hieb an.

»Offenbar muß man es dir erzählen«, grinste Bill Myers.»Du scheinst vergessen zu haben, daß wir uns nicht auf einer Vergnügungsreise befinden. Wenn wir nicht schnell sind, erwischen uns die verfluchten...«

Der Rest ging in einem gurgelnden Stöhnen unter. Ein Pfeil hatte seine dicke Lederjacke durchschlagen und steckte in seiner Brust. Blut floß aus einem der noch immer zum Grinsen verzogenen Mundwinkel.

Der Mann kippte zur Seite, rutschte aus dem Sattel und fiel schwer auf den morastigen Boden, wo der Pfeil zerbrach.

»Die Roten!« zischte Ebenezer Owen und vergaß vor Schreck, den Schlag mit der Peitsche auszuführen. Dann stieß er einen gotteslästerlichen Fluch aus, der selbst aus seinem Mund ungewöhnlich war.

Carol hätte ihrem Mann vielleicht einen mißbilligenden Blick zugeworfen, hätte die Angst sie nicht überwältigt.

In diesem Augenblick war es weniger die Angst um sich selbst, auch nicht die um Ebenezer. Sorgenvoll hing ihr Blick an dem reglosen Körper ihres Bruders.

Bill Myers lag bäuchlings am Ufer des Creeks, das Gesicht im Schlamm vergraben.


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